Feuerwehr Hilpoltstein übt für LKW-Unfälle

Donnerstag, 16. September 2021

„Verkehrsunfall mit LKW, Person eingeklemmt“ - Alarmierungen mit dieser Information waren in den vergangenen Jahren keine Seltenheit für die Feuerwehr Hilpoltstein. Gerade durch die Autobahnnähe und den stetig zunehmenden Transportverkehr stellen Einsätze mit verunfallten LKWs immer wieder eine Herausforderung für die Einsatzkräfte dar.

Ein mögliches Einsatzszenario ist, wenn PKWs auf der Autobahn mit teils hoher Geschwindigkeit unter das Heck eines LKW oder Sattelaufliegers fahren. Diese „Unterfahrunfälle“ sind in der Regel leider mit erheblichem Personenschaden verbunden und zählen somit zu den zeitkritischen Feuerwehreinsätzen. Zur schnellen Befreiung und Versorgung der Unfallopfer ist es wichtig, viele Arbeitsschritte in kurzer Zeit durchzuführen: stabilisieren des untergefahrenen PKWs, stabilisieren und anheben des LKW oder Aufliegers, Zugangsöffnung zum PKW schaffen, Befreiung der eingeklemmten Personen und Übergabe an den Rettungsdienst. Der enge Zeitrahmen für diese Arbeitsschritte erfordert dabei eine genaue Koordination und eine straffe Einsatzführung.

Eine Besonderheit bei technischen Einsätzen ist auch die Befreiung eingeklemmter LKW-Fahrer, z.B. nach Auffahren auf einen anderen LKW am Stauende. Herausforderungen sind hierbei insbesondere die Arbeitshöhe sowie die stabile Bauweise und die Enge der Fahrerkabine. Im Gegensatz zu einem PKW besitzt ein LKW keine Motorhaube, die als „Knautschzone“ bei einem Aufprall Energie aufnehmen kann. Wenn dann bei einem Aufprall die Rahmenbauteile zusätzlich verformt sind, ist es umso schwieriger, ausreichend Platz zur Versorgung und Rettung Verletzter zu schaffen.

Dank der Unterstützung der Spedition Greiner und des Entsorgungsunternehmens Helfert hatte die Feuerwehr Hilpoltstein in den vergangenen Wochen an mehreren Abenden die seltene Möglichkeit, mit einem ausgemusterten Sattelzug und PKWs verschiedene Einsatzszenarien zu üben. Mit wechselnden Fahrzeugen wurden verschiedene Unterfahr- und Auffahrunfälle dargestellt und abgearbeitet.

Ein Schwerpunkt der Übungen lag auf der erforderlichen Koordination der Rettungsarbeiten durch die Führungskräfte. Nach der Erkundung der Lage und Beurteilung der vorhandenen Gefahren für die Verunfallten und für die Einsatzkräfte wurden verschiedene Möglichkeiten der Rettung angesprochen, Vorteile und Nachteile abgewogen und der daraus folgende Entschluss in Anweisungen für die Rettungsmannschaft umgesetzt.

Bei der anschließenden Übung der technischen Handgriffe wurden auch Lageänderungen einspielt, um ein schnelles Umdenken und daraus folgend mögliche Alternativlösungen zu trainieren. Da durch verschiedene Unfallparameter wie Fahrzeugmodell, Geschwindigkeit oder Aufprallwinkel kein Einsatz dem anderen gleicht ist es durchaus wichtig, nicht nur Standards zu üben, sondern auch die eine oder andere etwas unkonventionelle Lösung zu kennen und im Ernstfall anwenden zu können.

Dank der Unterstützung der Firmen Greiner und Helfert konnte somit der Ausbildungsstand der Hilpoltsteiner Feuerwehrleute wesentlich gefestigt und verbessert werden.

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