Mehr Einsätze für die Ortswehren

Samstag, 28. Februar 2015

Von Jochen Münch
Donaukurier

Die Hilpoltsteiner Feuerwehren rüsten sich für die Zukunft. Bei der Vorstellung des millionenschweren Bedarfsplans für die nächsten Jahre verkündete der Kommandant der Stützpunktwehr, Jürgen Flierl, im Stadtrat, dass künftig mehr Arbeit an die Ortswehren abgegeben werde.

Das neue Konzept für den Brandbezirk Hilpoltstein hat zum Ziel, dass die stark strapazierte Stützpunktwehr deutlich entlastet wird. Mit mehreren Einsätzen pro Woche und insgesamt rund 25 000 Einsatzstunden im vergangenen Jahr seien die 83 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Hilpoltstein längst am Limit angekommen, so Flierl. Neben den Einsatzkräften der Stützpunktwehr, die im Landkreis die Nummer zwei hinsichtlich der Einsätze sind, gibt es im Stadtgebiet aber noch mehr als 600 weiterer aktiver Feuerwehrleute - und viele davon sollen in Zukunft wesentlich öfter als bisher ausrücken.

Eine der Maßnahmen des neuen Konzepts ist, die Feuerwehren Zell und Unterrödel strategisch zusammenzufassen. Zwar bleiben beide Ortswehren selbstständig, doch sollen sie künftig gemeinsam Einsätze übernehmen, nicht zuletzt in der Einrichtung von Regens Wagner, die bisher zum Aufgabengebiet der Stützpunktwehr zählt. Ebenfalls mehr Verantwortung kommt auf die Wehren in Meckenhausen und Jahrsdorf zu. Sie sollen nach Flierls Worten die neue "Erstwaffe" für Einsätze im Gewerbegebiet an der Autobahn sein. Auch hier war bisher zuerst die Stützpunktwehr gefordert.

Verbunden ist das neue Konzept mit einer technischen Aufwertung der Ortswehren. So soll es für Zell ein neues Fahrzeug geben, um für die neuen Aufgaben gerüstet zu sein. Das jetzige Zeller Fahrzeug bekommt dann die Weinsfelder Wehr, die künftig ebenfalls bei Einsätzen im Gewerbegebiet an der Autobahn alarmiert werden kann. Nicht nur ein mittleres Löschfahrzeug, sondern auch einen Verkehrssicherungsanhänger und einem Mannschaftswagen soll die Jahrsdorfer Feuerwehr bekommen. Dafür muss dann auch das dortige Feuerwehrhaus erweitert werden.

Vorerst nicht ausgebaut werden muss dagegen das Hilpoltsteiner Feuerwehrhaus, auch wenn es einige Änderungen im Fuhrpark der Stützpunktwehr geben soll. So soll das 12 000 Liter Wasser fassende Sonderlöschfahrzeug durch einen multifunktionalen Wechsellader ersetzt werden. Auch ein neues Rettungsboot steht auf der Wunschliste. Ersetzt werden soll das bisherige Katastrophenschutzboot Baujahr 1986.

Aber nicht nur solche "Youngtimer", sondern auch die teils schon historischen Pumpen verschiedener Ortswehren sollen in den kommenden Jahren nach und nach ausgetauscht werden. So gilt es etwa in Solar eine Pumpe aus dem Jahr 1958 endlich durch modernes Gerät zu ersetzen. Mehrere Millionen Euro wird es die Stadt in den nächsten Jahren insgesamt kosten, die Ausstattung der 18 Hilpoltsteiner Wehren zu modernisieren.

"Da müssen wir entscheiden, ob und wann wir die Mittel für dies oder jenes schultern", sagte Bürgermeister Markus Mahl, der aber keine Zweifel daran ließ, dass die Feuerwehren auch künftig gut ausgerüstet sein sollen. "Das sind wir einfach denen schuldig, die sich da draußen für Leib und Leben einsetzen." Im Haushalt für die kommenden Jahre ist bereits über eine Million Euro für die Feuerwehren eingestellt.

Quelle:
Donaukurier

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