Jahreshauptversammlung 2018

Jahreshauptversammlung 2018
Die mit dem staatlichen Feuerwehr-Ehrenzeichen ausgezeichneten Aktiven mit den Führungskräften. Vordere Reihe von links: Kommandant Jürgen Flierl, Roland Brücher, Rainer Lehr und Michael Gaukler; hintere Reihe von links: KBI Egbert Petz, KBR Werner Löchl, Stellvertretender Kommandant Ludwig Fehlner, KBM Michael Krauß und Bürgermeister Markus Mahl

Samstag, 13. Januar 2018

HILPOLTSTEIN - Über ein ereignisreiches Jahr konnten die Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr Hilpoltstein ihre Mitglieder in der sehr gut besuchten Jahresversammlung informieren: Neben 57 Veranstaltungen auf Vereinsebene wurden bei 124 Einsätzen nahezu 22.000 Stunden ehrenamtlicher Dienst geleistet.

Der Vereinsvorsitzende Michael Schneider erinnerte die zahlreichen Mitglieder über viele Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr, wie das Familienfrühstück, die Teilnahme am Girls-Day, das Katastrophenturnier, das diesmal als Wasserball-Turnier im Freibad ausgetragen wurde, die Teilnahme an mehreren Jubiläen anderer Feuerwehren oder den Tag der offenen Tür. Außerdem berichtete er über den Florianstag in Heuberg, die Teilnahme der "Bürgerwehr" an der historischen Reise von Neuburg nach Hilpoltstein und viele weitere Ereignisse im Jahr 2017.

In einem kurzen Ausblick auf das soeben begonnene Jahr erwähnte er das Katastrophenturnier der Hilpoltsteiner Hilfsorganisationen, dessen Ausrichtung am 7. April heuer in den eigenen Händen liege. Außerdem werde man am 13. Mai den Florianstag für den Brandbezirk Hilpoltstein ausrichten und an Feuerwehrfesten in Allersberg, Freystadt und Greding teilnehmen. Die im Rahmen der Jahresversammlung durchgeführte Sammlung kommt heuer der Rother Tafel zugute.

Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl, Kreisbrandrat (KBR) Werner Löchl, Kreisbrandinspektor (KBI) Egbert Petz und Kreisbrandmeister (KBM) Michael Krauß zeichneten Roland Brücher, Michael Gaukler und Rainer Lehr für 25-Jährigen aktiven Dienst in der Hilpoltsteiner Feuerwehr mit dem staatlichen Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber aus. Außerdem wurden vom Vereinsvorstand Heinz Fuchs, Josef Gaukler und Klaus Lang für 50-Jährige, sowie Franz Hofbeck sen. für 58-Jährige Mitgliedschaft geehrt.

Der Vereinsvorsitzende dankte allen Mitgliedern für das gute Miteinander und ihr hohes Engagement.

Kommandant Jürgen Flierl leitete seinen Bericht mit der Vorstellung von zwei Neumitgliedern (Tim Buchmüller und Fabian Rupp), die von der Jugend kommen, ein und berichtete, dass die Wehr derzeit aus 135 Mitgliedern, von denen 75 (1 weiblich) aktiven Dienst leisteten, bestehe. Des Weiteren seien 12 (2 weiblich) Mitglieder Anwärter, 19 passiv und 26 fördernde Mitglieder. Weiter erwähnte der Kommandant, dass mit Josef Graf (stellvertretender Kommandant bei der FF Solar/Grauwinkl) und Phillip Wenzel (Kommandant der FF Weinsfeld) zwei Mitarbeiter der Stadt Hilpoltstein seine Wehr bei Einsätzen am Tag unterstützen. Mit Björn Potthoff und Paul Winkler seien weitere zwei Mitglieder neu zu den Aktiven hinzugekommen.

Die Einsatzzahlen seien nach wie vor auf einem hohen Niveau, auch wenn sie sich um 21 auf 124 Einsätze verringert hätten. Man habe im vergangenen Jahr 37-mal zu Bränden - hiervon sechs Mal auf der BAB - ausrücken und sei 53-mal zu technischen Hilfeleistungen (23 Mal BAB) alarmiert worden. Außerdem berichtete er von 13 Fehlalarmen, sieben Sicherheitswachen und 14 freiwilligen Tätigkeiten (Verkehrsregelungen / Absperrungen). Der Kommandant betonte, dass sich die Einsatzzahlen in den letzten zehn Jahren durchschnittlich um rund ein Drittel erhöht haben.

Auch wenn sich die Gesamtstunden im vergangenen Jahr um rund 1.200 von 23.195 auf 21.976 Stunden verringert hätten, seien es nach wie vor eine immense Zahl, die von den Mitgliedern ehrenamtlich erbracht würden. Diese gliedern sich in rund 4.060 Stunden für Einsätze, Sicherheitswachen und freiwillige Tätigkeiten; 2.050 Stunden für Übungen und Schulungen; rund 1.100 Stunden Jugendarbeit; 706 Stunden Atemschutz; 5.400 Stunden für Ausbildung, Dienstversammlungen und Sonstiges; 754 Stunden für Lehrgänge; 3.012 Stunden für Arbeiten an Fahrzeugen und Gerätehaus, sowie knapp 4.900 Stunden für Verwaltung und Sonstiges. Kommandant Jürgen Flierl freute sich besonders, dass bei all diesen Leistungen auch im vergangenen Jahr niemand verletzt oder gar getötet worden sei. Er betonte, dass er sich voll und ganz auf seine Aktiven verlassen könne und dankte allen für diese immense Leistung.

In seinem Bericht über den Brandbezirk Hilpoltstein, der 18 (sowie die zu Hilpoltstein und Thalmässing gehörende Feuerwehr Tiefenbach-Oberrödel) Feuerwehren angehören, betonte Flierl, dass hier derzeit 698 Aktive (67 Frauen) tätig seien. Hiervon seien 29 Aktive in mehreren Wehren tätig. Im Brandbezirk gäbe es neun Jugendgruppen mit insgesamt 64 (9 weiblich) Feuerwehranwärtern. Außerdem seien im Brandbezirk Hilpoltstein 449 passive und 103 fördernde, sowie 44 Ehrenmitglieder registriert. Insgesamt seien mit 34 Fahrzeugen und Anhängern 337 Einsätze bewältigt worden, bei denen 11 Personen gerettet wurden, jedoch zwei nur noch tot geborgen werden konnten. Die Zahl der technischen Hilfeleistungen belief sich im Brandbezirk auf 69.

Der Stützpunktkommandant berichtete über zahlreiche Beschaffungsmaßnahmen und Projekte, die im Jahr 2017 verwirklicht worden seien und erwähnte hierbei besonders die Tatsache, dass hierbei durch die Feuerwehr rund 40.000 Euro investiert worden sei. Für das Jahr 2018 seien als Höhepunkte die Anschaffung von zwei Tragkraftspritzenanhängern für Ortsteilwehren, sowie die Auslieferung der beiden "mittleren Löschfahrzeugen (MLF)" für Jahrsdorf und Zell, einem weiteren Wechselladerfahrzeug, einem MTW für Unterrödel und einer Sandsackfüllanlage vom Landkreis Roth, die durch die FF Hilpoltstein, zwei Ortsteilwehren und das Technische Hilfswerk betreut wird, vorgesehen.

Aus eigenen Mitteln werde die FF Hilpoltstein in diesem Jahr unter anderem Feldbetten für die Jugend, sowie ein Outdoor-Tablet für THL-Einsätze und Brandmeldeanlagen-Alarme beschaffen.

Kommandant Jürgen Flierl dankte neben den Aktiven der Stadt Hilpoltstein mit der Verwaltung, dem Landkreis Roth und dem Kreistag, allen Führungskräften und besonders seinem Stellvertreter Ludwig Fehlner, sowie der Vereinsführung mit Michael Schneider und seiner Ehefrau Melanie und den Fahnenträgern. Des Weiteren dankte er der Landkreisfeuerwehrführung - KBR Werner Löchl, KBI Egbert Petz und KBM Michael Krauß - und den Ortsteilkommandanten im Brandbezirk Hilpoltstein für die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplanes und die konstruktive Zusammenarbeit. In seien Dank schloss Flierl auch die Jugendwarte, die Höhensicherungsgruppe, die Multiplikatoren und den Atemschutzgerätewart für deren extra Arbeit und die Ausbildung mit ein.

Einen besonderen Dank richtete der Kommandant an die Arbeitgeber der Aktiven, die ihre Mitarbeiter meist kostenfrei für Einsätze freistellen würden. Einen weiteren Dank richtete er an die anderen Hilfsorganisationen (BRK, Notfallseelsorge, Polizei, THW und Wasserwacht) für die harmonische und gute Zusammenarbeit.

Mit der Bekanntgabe, dass in der Jugendfeuerwehr derzeit 14 (2 weiblich) Jugendliche mitwirken, begann Jugendwart Felix Stier seinen Bericht, in dem er erwähnte, dass sie 35 Montagsübungen durchgeführt und an einem Wettbewerb (Deutsche Jugendleistungsprüfung in Wendelstein) teilgenommen haben. Außerdem habe man am Kreis-Jugendfeuerwehrtag in Thalmässing teilgenommen, habe gezeltet und eine 24-Stunden-Übung sowie einen Ausflug zur Flughafenfeuerwehr in Nürnberg unternommen. Insgesamt seien somit 49 Termine mit rund 1.100 Stunden zusammengekommen.

Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl betonte, dass er stolz auf "seine" Feuerwehren sein könne und dankte allen für ihr ehrenamtliches Engagement sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit den weiteren Hilfsorganisationen in der Stadt und dem Landkreis. Die Ortsteilwehren seien wichtig, da sie schnell vor Ort seien und sie die Gegebenheiten kennen würden. Seit Anfang des vergangenen Jahres werde die FF Meckenhausen mit zu Einsätzen auf der BAB alarmiert, was für die Stützpunktwehr eine Entlastung sei und sich bestens bewährt habe. Die Stadt Hilpoltstein investiere gerne für ihre Feuerwehren, da sie wisse, dass dieses Geld gut angelegt sei. In den Ortsteilwehren seien viele Frauen aktiv, er hoffe, dass dies auch bei der Stützpunktwehr bald wieder der Fall sei. Ehe Mahl allen Mitgliedern gute Wünsche für 2018 aussprach, betonte er weiter, dass die Jugendarbeit wichtig sei und die Basis für die Aktiven sei.

Kreisbrandmeister Michael Krauß dankte allen für die hervorragende Zusammenarbeit und betonte, dass er befürchte, dass die BAB durch die bevorstehenden Baumaßnahmen wieder zu einem Unfallschwerpunkt werden könne. Die am Dreikönigstag in der Stadthalle erstmals durchgeführte Spaßveranstaltung "Biathlon", an der acht Mannschaften teilgenommen haben, habe sich als Renner erwiesen und werde im kommenden Jahr sicher fortgeführt. Krauß dankte der Stadt Hilpoltstein und betonte, dass der vorbeugende Brandschutz - auch wenn diese Tätigkeit für ihn mit viel Arbeit verbunden sei - wichtig sei, denn: "Die Gefahr, die nicht vorhanden ist, beschert uns keinen Einsatz!"

Auch KBR Werner Löchl dankte den Verantwortlichen und den Aktiven der Stützpunkt- und den Ortswehren für ihr Engagement und betonte, dass die Disziplin aller sehr gut sei. Die Arbeit der Führungskräfte bei den Einsätzen sei hervorragend.

KBI Egbert Petz betonte im Zusammenhang mit der Sandsackfüllanlage, dass die FF Hilpoltstein willens sei, dies zu leisten und dies auch könne. Auch er freue sich, dass die Zusammenarbeit - sowohl untereinander, als auch mit den übrigen Hilfsorganisationen - hervorragend sei. Die Einsätze seien auch im vergangenen Jahr wieder positiv verlaufen, betonte Petz und dankte nochmals allen für die Zusammenarbeit.

Mit einem gemeinsamen Gottesdienst - diesmal in der evangelischen Kirche - und dem anschließenden gemütlichen Beisammensein endete die Jahresversammlung der FF Hilpoltstein.

Von Rudolf Heubusch

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