Jahreshauptversammlung 2017

Jahreshauptversammlung 2017
Das Bild zeigt Horst Schmidt (Bildmitte mit Urkunde) zusammen mit (von links): Bürgermeister Markus Mahl, Vorsitzender Michael Schneider, 1. Kommandant Jürgen Flierl, Landrat Herbert Eckstein, 2. Kommandant Ludwig Fehlner, KBI Egbert Petz und KBM Michael Krauß.

Samstag, 14. Januar 2017

HILPOLTSTEIN - Obwohl die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Hilpoltstein im Jahr 2016 "nur" zu 145 (2015: 169) Einsätzen gerufen wurden, hat sich die Zahl der Stunden, die ehrenamtlich geleistet wurden, um knapp 1200 Stunden auf 23.195 Stunden erhöht. Grund dafür waren hauptsächlich mehrere lang andauernde Einsätze, bei denen zudem oftmals viel Personal erforderlich war, sowie eine Mehrung bei den Aus- und Fortbildungen. So lautete eine der wichtigsten Aussagen von Kommandant Jürgen Flierl in der gut besuchten Jahresversammlung, in deren Rahmen Horst Schmidt für 25 Dienstjahre ausgezeichnet wurde.

Nach einer Gedenkminute für Eduard Häußler ließ der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Michael Schneider das Vereinsjahr Revue passieren und nannte unter anderem die Teilnahme an der Jubiläumsveranstaltung des Technischen Hilfswerks, die Verabschiedung von Kreisbrandinspektor Erhard Schneider und das traditionelle Katastrophen-Turnier der Hilpoltsteiner Hilfsorganisationen. Des Weiteren habe man den Tag der offenen Tür veranstaltet, am Florianstag in Weinsfeld teilgenommen, beim Burgfest-Trödelmarkt gegrillt, das Kinder-Ferienprogramm durchgeführt, einen Vereinsausflug unternommen und eine Weihnachtsfeier durchgeführt. Die Aktiven der "Bürgerwehr" seien verstärkt worden und hätten sich teilweise neue Kostüme angeschafft. Außerdem nahmen sie auch 2016 wieder am Erntedank-Festzug der Fürther Kirchweih teil. Beendet wurde das Vereinsjahr mit einem Fackelzug anlässlich des 90. Geburtstages von Ehrenkommandant Willi Wittmann. Insgesamt seien im Vereinsjahr 59 Veranstaltungen gewesen, betonte Michael Schneider und dankte allen für das Miteinander und das Engagement.

Für das laufende Jahr ist neben den üblichen Veranstaltungen die Teilnahme an den Jubiläen der FF Röttenbach und der FF Abenberg, sowie der Florianstag in Heuberg bereits fest eingeplant.

Kommandant Jürgen Flierl begann seinen Bericht mit der Feststellung, dass im Jahr 2016 sieben Aktive, die zum Teil auch bei der FF Hofstetten aktiv sind, der FF Hilpoltstein beigetreten sind. Aus der eigenen Jugend ist ein Jugendlicher zu den Aktiven übergetreten. Christoph Kaiser wurde nach bestandenem Zugführer-Lehrgang zum Hauptlöschmeister und die beiden Kommandanten Ludwig Fehlner und Jürgen Flierl wurden nach bestandenem Lehrgang Verbandsführer zum Brandmeister ernannt. Franz Bittner (45 Jahre aktiv) und Oskar Bengl (48 Jahre aktiv) wurden nach Erreichen der derzeitigen Altersgrenze von 63 Jahren zu passiven Mitgliedern. Ein Aktiver ist wegen Wohnortwechsel ausgetreten, so dass die Gesamtzahl aller Mitglieder nunmehr bei 135 steht. 72 (1 weiblich) dieser Mitglieder leisten aktiv Dienst, bei der Jugendwehr sind 16 (1 weiblich), 21 Mitglieder sind passiv und weitere 26 sind fördernde Mitglieder.

Von den 145 Einsätzen des vergangenen Jahres waren 30 Brandeinsätze (elf auf der BAB und weitere 18 durch Brandmeldeanlagen). 84 Einsätze waren Hilfeleistungen, hiervon 26 auf der BAB. Die Zahl der Fehlalarme lag bei zehn und die der Sicherheitswachen bei acht. Zusätzlich waren 13 Einsätze in der Kategorie "freiwillige Leistungen", hierunter fallen beispielsweise Verkehrsregelungen und ähnliches. Bei all diesen Einsätzen haben die Aktiven 4.748 Stunden (2015: 4515) und somit 233 Stunden mehr ehrenamtlichen Dienst geleistet. Die Fahrzeuge der FF Hilpoltstein fuhren 2016 mit insgesamt 17.084 Kilometer rund 771 Kilometer mehr als 2015. Bei den 41 Übungen wurden 1801 Stunden Dienst geleistet. In den Kategorien Atemschutz, Brandschutzerziehung, Ausbildungen und Dienstversammlungen sowie "Sonstiges" wurden 6463 Dienststunden geleistet. Bei Lehrgängen, die sowohl in den staatlichen Feuerwehrschulen (Geretsried, Regensburg und Würzburg) als auch auf Landkreisebene stattfanden haben die insgesamt 52 Teilnehmer insgesamt 1138 Dienststunden geleistet sowie weitere 2175 Stunden in die Fahrzeug- und Gerätepflege investiert. Für Verwaltung Funkschulungen und sonstige Veranstaltungen fielen weitere 4686 Dienststunden an. Somit ist die Gesamtstundenzahl von 22.004 auf 23.195 Stunden gestiegen.

Nach der Aufzählung der Stunden, bei denen einige der Einsätze durch Bilder untermalt wurden, berichtete Flierl noch über den Brandbezirk: Dort sind derzeit 66 weibliche und 603 männliche Feuerwehrleute aktiv. Die sieben Jugendgruppen haben 61 (7 weiblich) Feuerwehranwärter. In den 18½ Feuerwehren (Oberrödel und Tiefenbach/Thalmässing bilden eine gemeinsame Feuerwehr) im Brandbezirk sind außerdem 534 passive und 98 fördernde, sowie 45 Ehrenmitglieder. Insgesamt sind 37 Fahrzeuge und Anhänger im Brandbezirk einsatzbereit und haben im Vorjahr 375 Einsätze geleistet bei denen vier Personen gerettet wurden. Für zwei Personen kam jede Hilfe zu spät. 109 der 375 Einsätze waren "technische Hilfeleistungen" (THL).

Am Ende seiner Ausführungen dankte Jürgen Flierl der Stadt Hilpoltstein für die rund 25.000 Euro, die im Jahr 2016 für die Feuerwehren investiert wurden. Auch im Jahr 2017 stünden neben den jährlich wiederkehrenden Ersatzbeschaffungen von Schläuchen, Einsatzanzügen und ähnlichem 3 Tragkraftspritzen, ein Anhänger, ein Wechselladerfahrzeug, sowie die Ersatzbeschaffung des durch die Regierung von Mittelfranken ausgemusterten K-Bootes an. Zudem sollen für die Feuerwehren Jahrsdorf und Zell je ein "mittleres Löschfahrzeug" und für Hilpoltstein ein Löschfahrzeug für das bereits seit 1986 im Dienst stehende TLF 16/25. Außerdem dankte er allen Aktiven, den Führungskräften, der Landkreis-Feuerwehrführung, den Ortsteilkommandanten, den Jugendwarten, der Höhensicherung, den Multiplikatoren, den Atemschutzgerätewarten und der Brandschutzerziehung für ihre Arbeit und Ausbildung. Einen besonderen Dank richtete er an die Arbeitgeber der Aktiven, die ihre Mitarbeiter meist - ohne dies der Stadt Hilpoltstein in Rechnung zu stellen - zu Einsätzen freistellen würden. Besonders freue ihn, dass bei allen Einsätzen und Übungen niemand verletzt worden sei.

Landrat Herbert Eckstein betonte in seinem Grußwort, dass vieles, das sich verändere, oftmals nicht bemerkt würde. Doch sei es zunehmend schwieriger, besonders in den kleineren Ortsteilen jemanden zu finden, der bei Vereinen oder den Feuerwehren Verantwortung übernähme. Eckstein sprach nochmals die beiden Leserbriefe wegen des tödlichen Unfalls am 2. Januar auf der BAB an und betonte, dass jeder glaube, er sei der Wichtigste und jeder der ihn am Weiterkommen hindere, handle nicht richtig, egal aus welchen Grund. Dabei sei doch das Miteinander das Wichtigste! Der Landkreischef dankte den Führungskräften der Hilpoltsteiner Wehr für ihr Engagement und betonte, dass es eine große Aufgabe sei, eine große Wehr zu leiten und zeuge von großer Verantwortungsbereitschaft. "Jeder, der bereit ist, anderen zu helfen, wird bei den Feuerwehren und den anderen Hilfsorganisationen mit offenen Armen aufgenommen!"

Nach seinem Grußwort ehrte Landrat Herbert Eckstein zusammen mit Bürgermeister Markus Mahl mit Horst Schmidt ein "Hilpoltsteiner Urgestein", das überall zu gebrauchen sei für 25 Jahre ehrenamtlichen Dienst mit dem staatlichen Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber.

Jugendwart Felix Stier berichtete, dass die 16 Jugendlichen bei ihren 35 Übungen (montags jeweils 2 Stunden) insgesamt 1243 Stunden geleistet haben. Des Weiteren erwähnte er, dass sechs von ihnen an der modularen Truppmann Ausbildung in Jahrsdorf teilgenommen haben. Man habe am Kreisjugendfeuerwehrtag in Greding teilgenommen und eine 24-Stunden-Übung (Berufsfeuerwehrtag) im Hilpoltsteiner Gerätehaus durchgeführt. Stier dankte der Feuerwehrführung für die Unterstützung.

Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl dankte allen für ihr Engagement und das hervorragende Miteinander im gesamten Brandbezirk. Er betonte, dass die gewünschten Investitionen oftmals langwierig seien, da Ausschreibungen viele der Fahrzeuge europaweit erfolgen müssten. Dennoch sei die Stadt Hilpoltstein bereit, die gewünschten Beschaffungen schnellstmöglich zu erfüllen. Doch würde sich die Stadt Hilpoltstein stets bemühen, "seine Feuerwehren" so gut wie möglich auszustatten. Wenn die neuen Gerätschaften dann geliefert seien, sei es sehr wichtig, sich mit diesen zu beschäftigen und deren Bedienung zu üben. Doch er sei sich sicher, dass die Zusammenarbeit der Ortswehren mit der Stützpunktwehr gut funktioniere, wie der Einsatz in Patersholz Anfang Dezember gezeigt habe. Leider habe die Stadt Hilpoltstein derzeit Probleme mit einem Kostenträger (Versicherung), da diese behaupte, die Feuerwehr habe zu viel Personal eingesetzt. Mahl wünschte allen, dass sie stets gesund von den Einsätzen zurückkämen.

Kreisbrandmeister Michael Krauß betonte, dass er mit der Arbeit der Stützpunktwehr und den Ortswehren sehr zufrieden sei. Leider würden die Aufgaben, die an die Feuerwehren gestellt werden, nicht weniger, sondern mehr. Er freue sich, dass sich mehrere Mitglieder von Ortsteilwehren bereiterklärt hätten, bei der Stützpunktwehr mitzuarbeiten, da sie im Stadtgebiet beschäftigt seien. Dies sei sehr gut, da hierdurch die Tagesalarmsicherheit steige. Die Aktiven der Feuerwehren seien dank der Ausbilder und Schiedsrichter sehr gut ausgebildet und seien somit auf alle Eventualitäten vorbereitet. Auch er sei froh, dass bei den Einsätzen niemand zu Schaden gekommen sei und dankte allen, für ihr gezeigtes Engagement.

Ehe sich die Mitglieder zum Gottesdienst in die katholische Stadtpfarrkirche begaben, sagte auch der neue Kreisbrandinspektor (KBI) Egbert Petz allen Dank für die hervorragende Zusammenarbeit und betonte, dass sich auch jetzt, da er in einer neuen Funktion hier sei, kaum etwas ändern werde. Der KBI fuhr fort, dass die Feuerwehr Hilpoltstein im Kreis Roth einen hohen Stellenwert besitze und - wie auch bisher schon - sehr viel geleistet habe.

Von Rudolf Heubusch

Loading...