Jahreshauptversammlung 2014

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Samstag, 18. Januar 2014

Von Rudolf Heubusch

Die Freude über die hervorragende Teilnahme an der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hilpoltstein trübte die Tatsache, dass die Zahl der Einsätze im Jahr 2013, zu denen man alarmiert worden sei, wieder um 37 auf 146 Einsätze angestiegen sei. Die – bis auf den Gerätewart und zugleich stellvertretenden Kommandanten – allesamt ehrenamtlich tätigen Männer und Frauen kommen vor allem durch die hohe Zahl der insgesamt über 25.000 geleisteten Stunden langsam an ihre Leistungsgrenzen, betonte Kommandant Jürgen Flierl in seinem Bericht.

Ehe der Kommandant allerdings seinen Bericht verlas, freute sich Vorsitzender Michael Schneider über den guten Besuch der Mitglieder an der Jahresversammlung. Schneider berichtete über das Vereinsleben im Jahr 2013 und erwähnte hierbei besonders die Höhepunkte aus insgesamt 68 Veranstaltungen: Fußball-Hallenturnier des Brandbezirks Hilpoltstein, Starkbierfest, 140-Jähriges Gründungsfest mit Florianstag und Tag der offenen Tür, Katastrophenfußballturnier, Kinder-Ferienprogramm, Vereinsausflug, Besichtigung der Integrierten Leitstelle und Weihnachtsfeier. In seinem Ausblick auf das laufende Jahr erwähnte er unter anderem die Teilnahme am Florianstag mit 125-Jährigem Gründungsfest der FFW Lay-Tandl am 18. Mai, den Tag der offenen Tür am 1. Juni und das Ferienprogramm am 6. August. Der Vorsitzenden dankte allen Mitgliedern, besonders der Vorstandschaft für ihr gutes Miteinander und ihr Engagement.

Jugendwart Dominik Kaiser berichtete, dass vier Jugendliche zur aktiven Wehr gewechselt seien und vier neue Mitglieder aufgenommen worden seien. Der aktuelle Mitgliederstand betrage derzeit sechzehn. Die Jugendlichen träfen sich - außer in den Ferien - jeden Montag um 19 Uhr im Feuerwehrhaus, um sich dort auszubilden zu lassen. Im vergangenen Jahr seien unter anderem die "Jugendflamme" und die "Deutsche Jugendleistungsspange" erfolgreich abgelegt worden. Kaiser berichtete außerdem, dass die Jugendlichen am Kreisjugendfeuerwehrtag in Pfaffenhofen teilgenommen hätten und den Feuerwehrverein tatkräftig unterstützt haben. Insgesamt wurden 1370 Stunden erbracht.

In einem ausführlichen Bericht stellte Kommandant Jürgen Flierl mit Stefan Harrer, Daniel Kaiser und Lukas Wittmann zunächst die Neuzugänge vor verpflichtete diese per Handschlag. Der Mitgliederstand sei mit 139 auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr, sagte der Kommandant weiter.

So oft wie noch nie, nämlich 146 Mal habe man im Jahr 2013 zu Einsätzen ausrücken müssen. Diese würden sich auf 54 Brände, 67 Hilfeleistungen, 6 Fehlalarme und 19 Sicherheitswachen aufteilen. Die Einsatzzahlen seien in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen: Waren es 2006 noch 60 Einsätze, stiegen diese über 91, 94, 83, 93, 103 und 109 im Jahr 2012 auf den nunmehr höchsten Stand in der Geschichte der Wehr. Insgesamt habe man für das Einsatzgeschehen 5800 Stunden Dienst erbracht. Um für die immer komplexeren Aufgaben der Stützpunktwehr gut gerüstet zu sein, seien in insgesamt 87 Übungen und Schulungen mehr als 4000 Stunden zusammen gekommen, berichtete Flierl weiter. Weitere knapp 7500 Stunden wurden für Atemschutz, sonstige Ausbildungen,  Dienstversammlungen und vieles mehr geleistet. Sechs Aktive nahmen an sieben Lehrgängen der staatlichen Feuerwehrschulen (Geretsried, Regensburg, Würzburg) und weitere 24 an zehn Ausbildungen auf Landkreisebene - die von Atemschutz über Bahnerdung bis zum Maschinisten reichten - hierfür wurden wiederum rund 600 Stunden Freizeit geopfert. Mit 2630 Stunden schlägt die Sparte "Fahrzeuge und Geräte" zu Buche, zu der die Arbeiten des Gerätewarts, Umbauarbeiten am Gerätehaus, Reparaturen und Wartungsarbeiten sowie die Stunden, die der Arbeitskreis Ersatzbeschaffung MZF (Mehrzweckfahrzeug) erbracht hat, gehören. Die meisten Stunden, nämlich 6120 wurden für Verwaltung, Funk, EDV und Veranstaltungen - unter die auch die Einsatznachbearbeitung fällt - erbracht.

Insgesamt sind von den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Hilpoltstein rund 25.100 Stunden, was einer Mehrung gegenüber 2012 um über 3500 Stunden entspricht, erbracht worden.

Kommandant Jürgen Flierl dankte allen und besonders der Stadt Hilpoltstein, vertreten durch 1. Bürgermeister Markus Mahl, für den laufenden Unterhalt und die Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen im Gesamtwert von über 25.000 Euro, die zum Teil auch von Sponsoren und aus eigenen Mitteln stammen. Auch für 2014 sei wieder eine längere Wunschliste von Beschaffungsmaßnahmen vorhanden, die für einen reibungslosen Dienstablauf erforderlich seien.

Zum Schluss seiner Ausführungen dankte Flierl allen Aktiven, der Stadt Hilpoltstein, der Landkreis-Feuerwehrführung, den Vereinsvorständen, den Jugendwarten, der Höhensicherung und besonders allen Firmen, Selbstständigen und Behörden für die kostenfreie Überlassung Feuerwehrkameraden zu den Einsätzen. Einen besonderen Dank richtete er an die Presse für die stets objektive Berichterstattung.

Bürgermeister Markus Mahl freute sich neben der Teilnehmerzahl, dass die Zusammenarbeit wieder so gut geklappt habe. Die Zahl der Einsätze und der Einsatzstunden erreiche - bei konstanter Mitgliederzahl - langsam eine Obergrenze. Trotz teilweise schwieriger und oftmals auch psychisch belastender Einsätze, seien die Feuerwehren im Brandbezirk gut aufgestellt und würden sehr gut zusammenarbeiten. Mahl dankte allen für die vielen ehrenamtlichen Stunden, die sie zugunsten von Menschen in Not geleistet hätten. Er wünschte allen, stets gesund von den Einsätzen und Übungen zurückzukommen.

Kreisbrandmeister (KBM) Michael Krauß dankte zunächst seinem Kollegen, KBM Michael Stark für die Unterstützung bei der Einführung des Digitalfunks und ELDIS. Er betonte, dass die derzeit 699 Aktiven im Brandbezirk Hilpoltstein durch Multiplikatoren auf den in diesem Jahr beginnenden Digitalfunk geschult werden müssen. Krauß freute sich, dass die Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen im Stadtgebiet Hilpoltstein so gut funktioniere und dankte allen für die hervorragende Zusammenarbeit. Zu jeder Übungsstunde käme nahezu eine Einsatzstunde betonte der KBM weiter und betonte, dass alle bei den Einsätzen in einem Boot säßen.

Kreisbrandrat (KBR) Werner Löchl freute sich, dass Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl "seinen" Feuerwehren ein solch gutes Zeugnis ausgestellt habe. Auch er könne dies - vor allem auch aus organisatorischer, administrativer Sicht - uneingeschränkt bestätigen. Doch sollte vielleicht überlegt werden, ob man nicht die eine oder andere Aufgabe von der Stützpunktwehr auf eine der insgesamt 18 Ortswehren im Stadtgebiet übertragen könne, damit diese nicht noch mehr belastet würde.

Löchl dankte allen, besonders der Feuerwehrführung, für die hervorragende Zusammenarbeit und die Unterstützung, die ihm und der Feuerwehrführung des Landkreises im vergangenen Jahr zu Teil wurde.

Ehe sich die Anwesenden auf den Weg zum gemeinsamen Gottesdienst - der heuer in der evangelischen Christuskirche stattfand - machten, verabschiedeten Kommandant Jürgen Flierl und Vorsitzender Michael Schneider Willi Bögl, Josef Gaukler, Klaus Lang, Peter Kroner und Ulrich Schneider vom Aktiven in den Passivenstand, da sie die Altersgrenze von 63 Jahren erreicht hätten. Er dankte ihnen mit einem kleinen Geschenk für ihren langjährigen, ehrenamtlichen Dienst zugunsten Anderer. Passivenvertreter und Ehrenkommandant Josef Gruber, der ebenfalls mit einem Geschenk bedacht wurde, betonte hierbei, dass sich die etwa 13 bis 14 Passiven, unter denen auch mehrere Witwen von früheren Aktiven seien, regelmäßig am zweiten Mittwoch eines Monats zu Besichtigungen oder Ausflügen oder einfach harmonischem Zusammensein träfen. Weiter betonte Gruber, dass diese Gruppe im Jahr 1984 gegründet worden sei und somit heuer ihr 30-Jähriges Gründungsfest feiern könne.

Nach dem feierlichen Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder und der Bitte um Gottes Segen für die Einsätze und Übungen des laufenden Jahres ging die Jahresversammlung mit dem Verspeisen einer am Spieß gegrillten Sau zu Ende.

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