Jahreshauptverammlung 2016

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Samstag, 16. Januar 2016

Zu 169 Einsätzen sind die 66 Aktiven der Hilpoltsteiner Feuerwehr im vergangenen Jahr ausgerückt - und haben somit ihr bisheriges Rekordergebnis von 2014 wiederum um 21 Einsätze übertroffen. Somit waren die "Floriansjünger" rechnerisch an jedem zweiten Tag im Einsatz. Auch wenn sich die Gesamtstundenzahl von 22.004 um 3.215 im Vergleich zwischen 2014 und 2015 reduziert hat, liegt dies nur daran, dass die Aktiven nicht noch durch zusätzliche Übungen gefordert wurden und diese erheblich zurückgefahren wurden, sagte Kommandant Jürgen Flierl im Jahresrückblick.

Hervorragend besucht war die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Hilpoltstein, in deren Rahmen neben dem Rückblick auf das vergangenen Jahr je zwei Aktive für 25- beziehungsweise 40 Dienstjahre mit dem staatlichen Ehrenzeichen ausgezeichnet wurden. In seinem Rückblick auf die Vereinsaktivitäten erwähnte der Vorsitzende Michael Schneider unter anderem das Hallenfußballturnier am Dreikönigstag, eine Fahrzeugsegnung an der Jahresversammlung, den Familienbrunch, den Tag der offenen Tür mit Schauübung, den Florianstag in Meckenhausen und die 30. Auflage des Katastrophenfußballturniers. Weitere der insgesamt 55 Aktivitäten seien der Burgfesttrödelmarkt, das Kinder-Ferienprogramm, die Teilnahme der "Bürgerwehr" am Erntedank-Festzug der Michaelis-Kirchweih in Fürth, der Kameradschaftsabend und die Weihnachtsfeier mit Besuch des Nikolaus gewesen. Heuer würde der "Tag der offenen Tür" am 8. Mai stattfinden, sagte Schneider und dankte allen für das hervorragende Miteinander und Engagement.

Nach einem insgesamt positiv ausgefallenen Kassenbericht von Wolfgang Kaiser begann Kommandant Jürgen Flierl seine Ausführungen mit den Worten "noch mehr ist kaum möglich." Bei insgesamt fünf Zugängen (zwei aus der Jugendwehr, drei Neuzugänge) und drei Abgängen verfügt Wehr die derzeit über 66 Aktive (hiervon 1 weiblich). In der Jugendwehr sind 13 Anwärter (1 weiblich), 29 Mitglieder sind Passiv und weitere 20 sind Fördermitglieder. Unter den somit 130 Mitgliedern sind drei Ehrenmitglieder und eine hauptberufliche Kraft.

Die insgesamt 169 (2014: 138) Einsätze gliedern sich in 50 (37) Brandeinsätze - hiervon acht auf der Autobahn (BAB). 91 (2014: 69) mal wurden sie zu Hilfeleistungseinsätzen (BAB: 17) gerufen. Jedoch seien sie alleine am 31. März im Rahmen des Sturmtiefs "Niclas" 25-mal im Einsatz gewesen, fuhr Kommandant Flierl mit seinen Ausführungen fort. Des Weiteren seien fünf Fehl-Alarmierungen, 12 Sicherheitswachen und elf "freiwillige Tätigkeiten" wie Absperrungen, Verkehrsregelungen und Sonstiges zu verzeichnen gewesen. Bei den Einsätzen (Brand / Hilfeleistung) wurden insgesamt 3.246 (2.580), bei den Sicherheitswachen 796 (850) und bei den freiwilligen Tätigkeiten 473 (425) Stunden geleistet. Somit habe sich die Gesamtstundenzahl im Jahr 2015 um 660 Stunden auf 4.515 Stunden erhöht. Lediglich im Jahr 2013 seien es mit 5.655 Stunden nochmals rund elfhundert Stunden mehr gewesen, fuhr Jürgen Flierl fort. Doch zeigte er sich hocherfreut, dass auch dieses Jahr wiederum unfallfrei abgelaufen sei. Auch die Kilometerleistung bei den Einsätzen und Übungen habe sich im Jahr 2015 um rund 2.500 auf 16.313 Kilometer erhöht. Die Präsentation seiner Einsatzzahlen unterlegte der Kommandant mit Bildern einiger ausgewählter Einsätze.

Um die Aktiven wegen der schon hohen Zahl von Einsätzen nicht zu überfordern, habe man sich entschlossen, das Übungspotential von 79 Übungen im Jahr 2014 auf 63 in 2015 zurückzufahren. Dennoch seien auch hierbei noch knapp 1.400 Stunden, sowie beim Dienstsport weitere 275 Stunden, bei der Höhensicherung 89 und bei Übungen mit dem Boot weitere 37 Stunden geleistet worden. Insgesamt seien durch die "Aktive Wehr" für die Übungen knapp 1.800 Stunden (gegenüber 3.578 Stunden in 2014) geleistet worden.

Für die Reinigung und Wartung der Atemschutzgerätschaften der Feuerwehren aus dem Brandbezirk Hilpoltstein sowie aus anderen Abteilungen der Stadt Hilpoltstein wurden im letzten Jahr 683,75 Stunden, sowie für die jährliche Ausbildung in der Atemschutz-Übungsstrecke in Roth weitere 108 Stunden erbracht. Der Kommandant erwähnte hierbei auch die Zahl der Atemschutzgeräteträger im Brandbezirk: Zum Jahresende sind es exakt einhundert, hiervon 46 bei der Stützpunktwehr. Bei den Atemschutzgeräteträgern, die sich der Zusatz-Ausbildung "Chemieschutz" unterzogen haben, lautet das Verhältnis 43 zu 36.

"Brandschutzerziehung /-Schulung" sei ein sehr wichtiges Thema, bei dem Kinder der Grundschule oder von Kindergärten bei insgesamt neun Unterweisungen oder Terminen (teils im jeweiligen Kindergarten / Schule, teils im Feuerwehrhaus) mit 215 Stunden an dieses Thema herangeführt wurden.

Für Ausbildungen und Dienstversammlungen, die vom Fahrsicherheitstraining über den Fahrsicherheitssimulator, einem Ausbildungswochenende für Löschmeister, der modularen Grundausbildung bis zum Brandübungscontainer reichten, wurden insgesamt 337 Stunden erbracht. Beim Punkt "Sonstiges", der vom Florianstag über den Tag der offenen Tür und Ortsbegehungen zu diversen Verwaltungsarbeiten reicht, wurden knapp fünftausend Dienststunden erbracht.

Fünfzehn Aktive haben sich in einer der drei staatlichen Feuerwehrschulen (Geretsried, Regensburg oder Würzburg) und weitere sechzehn Aktive im Landkreis fortbilden lassen. Hierbei belief sich die Gesamtzahl auf 823 Stunden.

Für Arbeiten an Fahrzeugen und Geräten haben die Aktiven und der der Gerätewart nahezu exakt 2.500 Stunden geleistet. In der Rubrik "Verwaltung, EDV, Funk", zu der unter anderem die Einsatznachbearbeitung, die Pflege der neuen Homepage www.feuerwehr-hilpoltstein.de, die Mitgliederverwaltung, die Wartung und Pflege der Funkanlagen und –Geräte, sowie die Umschulungen im Digitalfunk gehören, sowie für diverse Veranstaltungen kamen weitere knapp 4.900 Stunden zusammen.

Ehe der Kommandant allen für das Geleistete dankte, warf er noch einen kurzen Blick auf den Brandbezirk Hilpoltstein: In den 18 ½ Feuerwehren waren zum Jahreswechsel 2015/16 insgesamt 713 Feuerwehrfrauen (69) und –Männer tätig. Außerdem gibt es hier acht Jugendgruppen mit 13 weiblichen und 54 männlichen Feuerwehranwärtern. Mit den 38 Fahrzeugen und Anhängern wurden 2015 insgesamt 429 Einsätze, Übungen und sonstige Tätigkeiten geleistet. Neben der Jahresbeschaffung für alle Feuerwehren im Brandbezirk (Schläuche, Schutzanzüge und ähnliches) würden auch heuer wieder zwei Tragkraftspritzen und Anhänger durch neue ersetzt. Vier Chemieschutzanzüge müssten ersetzt werden, da sie nach zehn Jahren nicht mehr zugelassen seien. Außerdem sollen bewegliche Wassertanks und eine mobile Staustelle beschafft werden, um beispielsweise bei einem Brand im Wald oder der Natur schnellstmöglich Wasser zum Löschen zur Verfügung zu haben.

Kommandant Jürgen Flierl dankte allen Aktiven, besonders den Führungskräften und den Mitgliedern des Feuerwehrvereins für die kameradschaftliche Mitarbeit. Er dankte Bürgermeister Markus Mahl, der Stadtverwaltung und dem Stadtrat für die gute Zusammenarbeit. Besonders dankte Flierl den Arbeitgebern der Aktiven, die es durch ihre Freistellung erst ermöglichen, dass solch hohe Einsatzzahlen zustande kämen.

Jugendwart Matthias Endres berichtete, dass die Zahl der Jugendlichen gegenüber 2014 nahezu gleich geblieben sei. Man habe bei Ausbildungsveranstaltungen, dem Kreisjugendfeuerwehrtag in Allersberg und sonstigen Übungen 1.200 Dienststunden geleistet. Auch Enders dankte den Aktiven der FF Hilpoltstein für die konstruktive Zusammenarbeit.

EHRUNGEN – GRUSSWORTE

Bevor Bürgermeister Markus Mahl vier Aktiven das Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25- beziehungsweise 40 Jahre Dienst anheftete, stellte er fest, dass diese lange Zeit bei einer Organisation, die Einsatzbereitschaft erfordere, große Anerkennung gebühre. Mit dem Ehrenzeichen, der Urkunde, sowie einem Frei-Aufenthalt im Feuerwehr-Erholungsheim in Bayerisch Gmain erführen die Geehrten eine kleine Anerkennung.

Seit 25 Jahren sind Melanie Flierl und Franz Hofbeck und seit 40 Jahren sind Gerald Gruber und Richard Wittmann aktiv bei der FF Hilpoltstein.

In seinem Grußwort stellte Bürgermeister Mahl fest, dass die Aktiven der FF Hilpoltstein – und er wolle hierbei neben den Ortsteilwehren auch die anderen Hilfsorganisationen einschließen – eine hervorragende Arbeit zum Wohle der Bürger Hilpoltsteins erbracht haben. Auch wenn die Stützpunktwehr an ihre Leistungsgrenze komme, müsse man die Arbeiten auf eine breite Basis stellen und die Ortsteilwehren sowohl bei den Übungen wie auch bei den Einsätzen mit einbinden. Das Stadtoberhaupt dankte allen Aktiven und den Führungskräften für ihre Zusammenarbeit im Namen der Stadt, des Stadtrats und der gesamten Bevölkerung Hilpoltsteins. Durch die hohe Leistungsfähigkeit und das enorme Fachwissen seien die Hilfsorganisationen immer mehr gefragt. Die Stadt stehe zu ihrer Zusage, die Feuerwehren – dort wo es irgendwie geht – finanziell zu unterstützen, lediglich größere Anschaffungen müssten längerfristig geplant werden. Mahl wünschte allen, stets gesund von den Einsätzen und Übungen heimzukommen.

Der für Hilpoltstein zuständige Kreisbrandmeister Michael Krauß dankte allen von Herzen für die hervorragende Zusammenarbeit. Er betonte weiter, dass durch die Tatsache, dass jeder wisse, wo er hinlangen müsse, bei den Einsätzen einen positiven Stress erfahre. Allerdings könne sich dieser Stress bei einer positiven Rückmeldung – wie kürzlich geschehen – in eine besondere Motivation verwandeln. Man würde noch viel lieber einsatzbereit sein, auch wenn viele der zu rettenden Personen nicht wüssten, dass man ehrenamtlich tätig sei. Doch würden die Aufgaben immer mehr: Alleine die beiden, nahe der BAB entstehenden Windkraftanlagen würden neue, umfangreiche Einsatzpläne erfordern. Krauß dankte allen – besonders Kreisbrandinspektor (KBI) Erhard Schneider, der Ende Februar aus Altersgründen seinen Dienst quittiert – für ihre Einsatzbereitschaft.

KBI Schneider, der offiziell zum letzten Mal in Hilpoltstein weilte, betonte: "Wenn’s pressiert, müssen wir da sein – und Hand in Hand zusammenarbeiten." Die Kameradschaft der Aktiven sei oft auch durch Freundschaften vertieft. Wenn er nunmehr sein Amt niederlege, sei er 22 Jahre mit Hilpoltstein – und mit vielen der Aktiven sogar freundschaftlich – verbunden gewesen. Er habe hier eine gute Zeit verbracht und der Brandbezirk verfüge über gute, schlagkräftige Feuerwehren und gute, oftmals neue Gerätehäuser. Auch er sei der Meinung, dass man die Aktiven nicht überfordern dürfe, da sie sonst über kurz oder lang die jeweilige Organisation verlassen würden. Der Weg, wie in Hilpoltstein eingeschlagen habe, sei vollkommen richtig, da bei den Aktiven "jeder Handgriff sitze!" KBI Schneider beglückwünschte die vier Geehrten und bat die Aktiven um Verständnis, dass die Umsetzung des neuen Fahrzeugkonzepts einige Zeit in Anspruch nähme. Mit seinem "weiter so" und dem Dank an alle beschloss Schneider sein Grußwort.

Zum Ende des offiziellen Teils der Versammlung fand um 18:00 Uhr in der evangelischen Kirche ein Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder mit der Bitte um Gottes Segen für die Einsätze und Übungen des laufenden Jahres statt. Nach dem Rückmarsch zum Gerätehaus endete der Abend mit einer "Sau am Spieß" und einem gemütlichen Beisammensein.

Von Rudolf Heubusch

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