Ferienprogramm bei der freiwilligen Feuerwehr Hilpoltstein

rdy001.jpg

Samstag, 11. August 2018

HILPOLTSTEIN - Es gibt wohl kaum einen Beruf, der Kinder mehr fasziniert als den des Feuerwehrmanns. Die großen Autos, die schweren Geräte und vor allem die (lebens-)wichtigen Aufgaben der Feuerwehr interessierten auch die Ferienkinder sehr, die sich bei der Freiwilligen Feuerwehr der Burgstadt umgesehen haben.

Rund 30 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf verbrachten einen spannenden und lehrreichen Nachmittag . Nachdem im vergangenen Jahr der sichere und praxisbezogene Umgang mit Feuer und die damit verbundenen Gefahren im Mittelpunkt standen, gab es heuer mehrere Stationen zum "Hineinschnuppern" in den Feuerwehralltag.

"Üblicherweise steht bei uns ja die Brandschutzerziehung im Mittelpunkt, wenn wir Besuch aus den Kindergärten und der Grundschule bekommen", sagte Kreisbrandmeisterin Melanie Flierl. "Aber jetzt in den Ferien dürfen die Kinder sich selber als Feuerwehrmann oder –frau betätigen und erleben, wie alles funktioniert".

Als "willkommenen Nebeneffekt" bezeichnet die Kreisbrandmeisterin die Tatsache, dass ihrem Heimatstützpunkt sowohl die Brandschutzerziehung als auch dieser äußerst beliebte — und auch heuer wieder ausgebuchte — Ferienprogrammtermin schon häufig Nachwuchs für die Jugendgruppe beschert habe.

Voraussetzung für die Jugendgruppe ist jedoch, erst mal zwölf Jahre alt zu werden; bis dahin haben viele Ferienkinder noch etwas Zeit. Was sie nicht daran hinderte, sich begeistert auf die Stationen zu stürzen. "Wer von euch ist schwindelfrei?", fragte der Feuerwehrmann, der den Korb der Drehleiter bedient. Alle natürlich. Die Leiter trägt den wenig aufregenden Namen "23-12", die kurze Fahrt mit der Leiter war das hingegen schon.

Die Kinder durften aus dem ersten Stock des Hauses in den Korb klettern und anschließend in luftige Höhe fahren, von der man einen hervorragenden Rundumblick über das sommerliche Hilpoltstein genießen konnte. Zwar wurde aus Zeitgründen darauf verzichtet, die vollen 30 Meter auszufahren, aber ein kurzer Ausflug gen Himmel tat es auch und bewies endgültig die Schwindelfreiheit der Kinder.

An einer anderen Station demonstrierten die Floriansjünger ihren Gästen das Hebekissen, mit dem man zum Beispiel ein Fahrzeug anheben kann, unter dem nach einen Unfall ein Mensch eingeklemmt sei könnte. Bis zu 24 Tonnen lassen sich damit bewegen – das entspricht etwa zwei Lkw. "Und noch viel mehr Simons", meint der Feuerwehrmann zu dem gleichnamigen Jungen, der sich gerade von dem wackeligen Kissen hat anheben lassen.

Das "Zielspritzen" mit dem Feuerwehrschlauch darf natürlich ebenfalls nicht fehlen, und auch das richtige Abgeben eines Notrufs wird geübt, bei dem man trotz aller Aufregung nicht vergessen darf, zu sagen, wie man heißt und wo man erreichbar ist, damit die Feuerwehrleute bei eventuellen Rückfragen nicht "auf dem Schlauch stehen".

Ein echter Höhepunkt war dann das Bootfahren auf dem Kanal. Ein Programmpunkt, den es schon länger nicht mehr gab, denn 2015 wurde das bisherige Feuerwehrboot wegen eines technischen Defektes ausgemustert. Seit dem Frühjahr hat die Hilpoltsteiner Feuerwehr jedoch ein neues Mehrzweckboot in ihrem Besitz, samt Wechselladerfahrzeug, auf dem das Boot "Willi" – benannt nach dem Ehrenkommandant Willi Wittmann – auch an Land schnell transportiert werden kann.

Zum Kanal bei Heuberg wurden die Gruppen ganz stilecht mit dem Feuerwehrauto durch die Stadt kutschiert. Wenngleich einige ein bisschen enttäuscht waren, dass die Fahrt nicht von Blaulicht und Martinshorn begleitet wurde.

Rasante Fahrt im Wasser

Mit der rasanten Fahrt mit der "Willi" wurden sie aber mehr als nur entschädigt. Rein in die Schwimmwesten, rauf aufs Boot, und schon konnte die Fahrt losgehen! Der Tacho zeigte zwar "nur" rund 50 km/h an, aber auf dem Wasser kam einem diese Geschwindigkeit viel schneller vor.

Die Kinder hielten ihre Käppis fest und ihre Nasen in den Fahrtwind und beobachteten die weiß schäumende Gischt, die sie auf ihrer Fahrt begleiteten. "Wir waren ganz bestimmt die Schnellsten", stellte eines der Kinder auf der Autofahrt zurück zum Stützpunkt fest. Vielleicht sitzt es ja in ein paar Jahren öfters in einem Feuerwehrboot oder –auto. Die Werbetrommel für ihren Job, der viel mehr als nur ein Job ist, haben die Hilpoltsteiner Feuerwehrleute an diesem Tag jedenfalls ordentlich gerührt.

rdy008.jpgrdy007.jpgrdy006.jpgrdy004.jpgrdy005.jpgrdy003.jpgrdy002.jpgrdy001.jpg
Loading...