Fahrzeugsegnung und -Übergabe bei FFW Hilpoltstein

dsc00536.jpg

Samstag, 28. April 2018

HILPOLTSTEIN - Mit der feierlichen Übergabe und der Segnung von Einsatzfahrzeugen und Gerätschaften für die Freiwillige Feuerwehr (FF) Hilpoltstein begann ein sehr gut besuchter Festakt im Hilpoltsteiner Feuerwehrgerätehaus.

Hilpoltsteins 1. Kommandant Jürgen Flierl konnte hierzu neben den Aktiven seiner Wehr zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Vertreter der beiden Patenwehren aus Freystadt und Heuberg willkommen heißen.

Die Geistlichen der beiden christlichen Kirchen Hilpoltsteins, Stadtpfarrer Franz-Josef Gerner und Pfarrerin Verena Fries betonten in ihren Segensgebeten, dass die Fahrzeuge und Gerätschaften unter den Schutz Gottes gestellt werden sollen. Doch auch das beste Gerät könne nicht ohne gut ausgebildetes Personal zum Einsatz kommen. Aber Gottes Segen sei auch sehr wichtig - er ist bereits vor uns da und hilft uns - auch wenn er für uns nicht sichtbar ist. Er lässt uns nie alleine. Nach Fürbitten und weiteren Gebeten segneten die beiden Geistlichen die Fahrzeuge.

Nach der Segnung der Fahrzeuge fuhr Jürgen Flierl fort und betonte, dass man für Wunder beten müsse, für Veränderungen aber arbeiten müsse. Dann stellte er die Frage: "Wieviel Feuerwehr braucht eine Stadt wie Hilpoltstein?" Und gab auch gleich die Antwort: Hilpoltstein habe mit seinen 49 Ortsteilen eine Gesamtfläche von knapp 90 Quadratkilometer. Derzeit würden 13.289 Menschen in Hilpoltstein leben. Des Weiteren habe man die Autobahn, die ICE-Strecke, den Main-Donau-Kanal, den Rothsee, zahlreiche Straßen, Firmen und Einrichtungen zu betreuen. Durch das Bayerische Feuerwehrgesetz sei vorgegeben, dass eine Feuerwehr in zehn Minuten an einem möglichen Einsatzort sei. Deshalb müssen in einer Stadt wie Hilpoltstein auch 18 Feuerwehren vorhanden sein. Flierl lobte hierbei die hervorragende Zusammenarbeit der Ortsteilwehren mit der Stützpunktwehr: "Alle ziehen an einem Strang!"

Anschließend stellte er die neuen Fahrzeuge und Gerätschaften vor: Nachdem der Bedarf durch den Feuerwehrbedarfsplan in Absprache mit dem Stadtrat und der Stadtverwaltung festgestellt wurde, wurden die Einzelheiten durch einen Arbeitskreis (neun Mitglieder der FF Hilpoltstein) erarbeitet. In einer europaweiten Ausschreibung seien die Einzelheiten festgeschrieben worden. Nach der Genehmigung der finanziellen Mittel konnte man an die Beschaffung gehen.

Beschafft wurden ein Teleskoplader, ein Abrollbehälter "Boot" (AB Boot) mit einem Mehrzweckboot, sowie ein Wechselladerfahrzeug. Des Weiteren wurden ein Abrollbehälter "Brandbekämpfung" (AB Brand) sowie ein Abrollbehälter "Mulde" (AB Mulde) beschafft. Das Mehrzweckboot sei der Ersatz für das 2015 nach einen technischen Defekt ausgemusterte Boot. Durch die Verladung des Bootes auf einem Abrollbehälter könne dieses bei einem Einsatz schneller am Einsatzort sein, als wenn es auf einem Anhänger stünde.

Im Abrollbehälter "Brandbekämpfung" sind neben 8.500 Liter Löschwasser, 300 Liter Schaummittel, 250 kg Löschpulver sowie diverse feuerwehrtechnische Ausrüstung zur Bekämpfung von verschiedensten Bränden vorhanden. Der Teleskoplader und der AB Mulde können zusammen transportiert werden um - beispielsweise nach einem LKW-Unfall mit Schüttgut - die Fahrbahn schnell von diesem zu befreien.

Jürgen Flierl dankte besonders der Verwaltung und dem Stadtrat der Stadt Hilpoltstein mit Bürgermeister Markus Mahl an der Spitze, dem Kreistag und Landrat Herbert Eckstein, der Regierung von Mittelfranken, sowie den beteiligten Firmen. Den Parteivertretern im Stadtrat, sowie den Verantwortlichen des Technischen Hilfswerks - die die Verpflegung der Gäste übernommen hat - überreichte der Kommandant je eine Miniatur eines "AB Durst" (gefüllt mit diversen Getränken für alle).

Für große Heiterkeit sorgte eine Anekdote, bei der Jürgen Flierl erzählte, wie sie mit ihrem neuen Mehrzweckboot - als sie zusammen mit dem THW verschiedene Übungsfahrten auf der Donau und dem Main-Donau-Kanal absolvierten - wegen Treibstoffmangel gleich zweimal liegengeblieben sind.

Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl dankte zunächst allen, die trotz des herrlichen Wetters zu dieser Feierstunde gekommen seien. Für eine Stadt in der Größe Hilpoltsteins sei es nicht selbstverständlich, so viel Geld für die Feuerwehren zu investieren. Da sich die Feuerwehren der Stadt jedoch hervorragend engagieren, sollten sie auch das bestmögliche Einsatzmittel haben, fuhr Mahl fort. Diese Strategie habe sich erst vor kurzem beim Brandeinsatz in Meckenhausen bewiesen, als es den beteiligten Feuerwehren gelang, eine große Zahl von Rindern unversehrt aus einem brennenden Stall zu retten. Das Stadtoberhaupt dankte den Feuerwehrmännern und -Frauen für deren Engagement und ihre Einsatzbereitschaft und wünschte allen, dass sie stets unfallfrei von ihren Einsätzen zurückkämen.

Landrat Herbert Eckstein betonte in seinem Grußwort, dass der Segen Gottes für die Einsatzmittel und auch das Personal der "Blaulichtfraktionen" enorm wichtig sei. Er freue sich, dass in Hilpoltstein die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen so hervorragend funktionieren und niemand auf den anderen neidisch sei. Neben den Gerätschaften und den Fahrzeugen sei das Personal, die Gemeinschaft und der Zusammenhalt enorm wichtig. Eckstein zollte denjenigen, die sich für die Feuerwehren einsetzen und dafür sorgen, dass man nur das fordere, was zwingend erforderlich sei, großen Dank. Eigentlich wäre es gut, wenn man die Fahrzeuge und Geräte, die vorhanden sind, nicht brauchen würde - dann käme niemand zu Schaden.

Kreisbrandrat Werner Löchl betonte ebenfalls, dass die Zahl der Ortswehren durch gesetzliche Vorgaben geregelt sei. Diese hätten vor allem die Aufgabe, vor allem kleinere Einsätze in ihrem Ortsteil zu bewältigen. Für "größere Einsätze" seien neben der Ortswehr vor allem die Stützpunktwehr zuständig. Auch Löchl dankte den Einsatzkräften, den Verwaltungen von Stadt, Kreis und Bezirk, sowie den Stadträten, Kreisräten Bürgermeister Mahl und Landrat Eckstein für die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und die finanzielle Unterstützung.

Zum Schluss des offiziellen Teils der Veranstaltung, die von der Stadtkapelle Hilpoltstein musikalisch umrahmt wurde, zeichneten Kommandant Jürgen Flierl und der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Michael Schneider Oskar Bengl, Josef Gruber und Helmut Günther für 50-Jährige Mitgliedschaft bei der FF Hilpoltstein aus. Der inzwischen 91-Jährige frühere Kommandant und jetzige Ehrenkommandant Willi Wittmann wurde gar für 70-Jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Zu Ehren von Willi Wittmann wurde das neue Mehrzweckboot durch diesen auf dessen Namen "Willi" getauft.

Von Rudolf Heubusch

p1020001.jpgp1020007.jpgp1020009.jpgp1020018.jpgdsc00543.jpgp1020023.jpgdsc00535.jpgp1020031.jpgp1020028.jpgp1020036.jpgp1020041.jpgp1020043.jpgp1020051.jpgp1020056.jpgp1020068.jpgp1020069.jpgp1020078.jpgp1020083.jpgp1020088.jpgdsc00554.jpgp1020092.jpgp1020108.jpgp1020110.jpgp1020112.jpgfoto-280418-21-15-06.jpg
Loading...