Evakuierungsübung bei Regens-Wagner in Zell

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Evakuierungsübung bei Regens-Wagner in Zell

Montag, 03. Juli 2017

HILPOLTSTEIN-Zell - Als am vergangenen Montag um 18:30 Uhr im Hilpoltsteiner Ortsteil Zell die Sirene heulte, eilten die Aktiven der Feuerwehr unverzüglich ins Gerätehaus, um sich für einen Einsatz vorzubereiten. Da die Durchsage der Integrierten Leitstelle: "Brandeinsatz in der Behinderteneinrichtung Regens-Wagner" lautete, wussten alle, dies würde ein größerer Einsatz werden. Tatsächlich hörte man fast zeitgleich auch die Sirene aus dem nahen Eysölden und bekam am Funk mit, dass auch die Feuerwehr aus Hilpoltstein mit anrücken werde.

Beim Eintreffen an der Einrichtung wurde den Einsatzkräften mitgeteilt, dass es sich um eine Übung handelt, an der auch die Schnelleinsatzgruppen des Roten Kreuzes aus Hilpoltstein und Allersberg mit teilnehmen würden. Ziel der Übung sei es, die Evakuierung der Bewohner der Regens-Wagner-Einrichtung zu üben, da ein solches Ereignis auch in Wirklichkeit vorkommen könnte. Auch sollte beispielsweise getestet werden, ob die Mitarbeiter der Einrichtung feststellen würden, dass einer der Bewohner, der das Haus bereits vor Einsatzbeginn verlassen und sich nicht abgemeldet hatte, sich aber dann unter die Evakuierten mischte, bereits in Sicherheit sei.

Unmittelbar nach der Erkundung durch den Ortskommandanten Luitpold Gruber - der in einem solchen Fall zugleich als Einsatzleiter fungiert - begannen die Wehrmänner der Ortswehr unverzüglich mit dem Aufbau einer Schlauchleitung und verlegten diese ins zweite Obergeschoss, in dem der Brand angenommen wurde. Die Einsatzkräfte, die direkt am "Brandort" eingesetzt waren, waren mit Umluft unabhängigem Atemschutz ausgerüstet. Zugleich begannen die inzwischen eingetroffenen Kräfte aus Eysölden und Hilpoltstein, die Kollegen aus Zell zu unterstützen und halfen den Mitarbeitern der Einrichtung bei der Evakuierung der Bewohner. Da einige der Bewohner auch mit Unterstützung nicht selbst durch das Treppenhaus gerettet werden konnten, mussten sie mittels Drehleiter der Stützpunktwehr Hilpoltstein über den Balkon heruntergeholt werden. Dort wurden die "Bewohner" - die in diesem Fall durch Mimen ersetzt wurden - und bei denen von einigen angenommen wurde, dass sie eine Rauchgasvergiftung erlitten hatten, dem Roten Kreuz übergeben. Überhaupt wurden die evakuierten Bewohner durch die 14 Aktiven des Roten Kreuzes, unter ihnen auch ein Mitglied des Kriseninterventionsteams (KIT), zusammen mit den Mitarbeitern an einem besonderen Sammelplatz betreut.

Nach dem Ende der Übung, an der neben den Aktiven des Roten Kreuzes auch gut fünfzig Aktive der Feuerwehren aus Zell, Eysölden und Hilpoltstein teilnahmen, bedankte sich die Leiterin der Einrichtung, Heike Klier für die stete Einsatzbereitschaft, insbesondere an diesem schwülwarmen Abend und hoffte, dass solch ein Einsatz niemals Wirklichkeit würde. Besonders dankte sie der Ortswehr, die den "Einsatz" mit großem Aufwand vorbereitet hatte. Auch dass nicht alles "wie am Schnürchen" geklappt habe, zeige, dass man nur durch regelmäßiges Üben vor allen Ungereimtheiten gewappnet sei.

Kreisbrandmeister (KBM) Michael Krauß dankte der Heimleitung und betonte, dass in der Einrichtung nahezu perfekte Voraussetzungen im Brandschutz vorhanden seien. Dennoch müssten überall dort, wo Menschen tätig seien und diese gegebenenfalls in Gefahr geraten können, solche Übungen immer wieder stattfinden. Man werde die Übung nächster Zeit im kleinen Kreis in ausführlich nachbesprechen, damit man aus den Fehlern, die begangen wurden, lernen könne, um künftig noch besser werden zu können. Auch wenn es eine nicht alltägliche, schwierige Situation gewesen sei, die geübt wurde, sei er sich sicher, dass alle Einsatzkräfte leistungsfähig aufgestellt seien. Einen besonderen Dank richtete Krauß an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Roten Kreuzes.

Nach der Übung wurden die Einsatzkräfte durch die Leiterin der Behinderteneinrichtung Zell zu einer Brotzeit eingeladen.

Von Rudolf Heubusch

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